Ein Brief an alle die Drafi heißen– Teil 1
Es war einmal an einem sonnigen Tag 1966.
An einem Tag im Mai wurde es schlagartig hell.
Was war geschehen? Das war mir damals am im Mai 1966 gar nicht so bewusst. Es gibt halt Zeiten im Leben die nehmen wir nicht wahr oder sie vergehen wie im Flug. Finden wir doch immer eine passende Argumentation um von unserer Situationen so richtig abzulenken. Super! Ich jedenfalls sah den Tatsachen so richtig ins Angesicht und kam am 11. Mai 1966 mit einer Masse von 3.880 g und einer Höhe von 53 cm auf diese Welt, ans Licht der Welt.
War das helle! Oder anders formuliert, „Augen auf und dir entgeht nichts“. So auch nicht die eigene Geburt. Sei wie es sei. Ich jedenfalls glaube nur die Dinge die ich auch wirklich sehe. Glaubt mir, das viel mir am Anfang ziemlich schwer. Geschichten erzählen von großen Augen und interessierten Blicken. Ich kann mich daran nicht so recht erinnern. Da muss ich wohl schon als Baby mit offenen Augen geträumt haben. Doch es kam anders.
Das Baby bekam einen Namen. Es durfte sich von nun an Drafi nennen. Nur wusste Drafi davon aber noch nichts. Eines Tages begann sich Drafi zu drehen. Am Anfang war es ein Fuchteln mit Armen und Beinen, Kopf heben, Füße betrachten, auf den Bauch legen und dann juhu auf den Bauch drehen.
Ein gefühltes Arbeitsleben lang, Schwere, Anstrengung und Geduld. Hoppla! Das geht ja gar nicht mehr zurück. Äääähhhh, kommt denn bald mal jemand zu Hilfe und dreht mich um. Danke! Denkste, wer immer ihr seid könnt gleich hier stehen bleiben, denn ich werde mich jetzt so lange auf den Bauch drehen, bis ich mich aus eigener Kraft wieder auf den Rücken drehen kann. Puh, geschafft! Ich kann mich selbständig umlaufend Drehen und das sogar hin und her. So jetzt werde ich es euch zeigen! Pausen werdet ihr jetzt keine mehr haben. Wenn ich schlafe seid ihr wach, wenn ich wach bin, seid ihr müde. Voll ausgeglichen. Da kommt keiner zu kurz. Und es kam noch schlimmer.
Da kamen sie um die Ecke und „da stand er, Drafi (ich), voll aufrecht und mit roter Rübe am Rande der Einzäunung“, wohl wissend gleich wieder umzufallen. Peng! Da lag er da, geschockt aber voller Eifer zurück zukommen. Zurück an den Rand der Einzäunung. Jetzt galt es sich festzuhalten, durchzuhalten, die Übersicht behalten und es allen und vor allem sich selbst zu beweisen. Und so war es auch! Da stand er auf und lief um seine Einzäunung, im Bewegungsraum verhaltens- und bewegungsorigineller Kinder. Ja jetzt war das Baby endgültig zum Kind geworden und dem ist er bis heute treu geblieben.
Natürlich mit eigener Körpersprache. Die sollte jetzt hinzukommen.Die erste Deutung eng umgebener Vertrautheit (Mama und Papa). Mensch wenn ihr wüsstet was auf euch noch alles hinzukommt, dann würdet ihr die Augen schließen. Ha, wenn ihr sie öffnet ist es wieder da, das erste Kind. Und weiter ging es.
Mit der Erkenntnis „ich muss hier raus aus der Einzäunung“, da ist noch mehr, da ist Weite, da ist Unendlichkeit, Abenteuer und …, fing ich an mich fortzubewegen. Der erste Schritt im 11. Monat. Fort von der Einzäunung. Zum Schrecken aller, stand ich jetzt mitten im Raum. Jetzt ging es richtig los. Hoppla, jetzt sollten auch Erinnerungen und Wahrnehmungen ins Leben treten. Denke ich ein wenig zurück, muss da etwas dran sein. Und es ging immer weiter ...